Die 3 ½ Trends des Naturerlebens

„Wasser wird durch Durst gelehrt“ Emily Dickinson

Um die Zukunft der Natur zu sichern, müssen breite Bevölkerungsgruppen miteinbezogen werden. Im Folgenden stelle ich drei Trends zur Gestaltung der Naturerfahrung dar. Jeder dieser Trends wird in den nächsten Jahren auf seine Weise die Zukunft des Naturbezugs prägen. Die Menschen, die wir heute für die Natur begeistern, werden die UmweltschützerInnen von morgen sein.

Achtsamkeit – Ein Megatrend

In der Superstress-Always-On-Gesellschaft gibt es nur eine Auszeit: im Erleben des Hier und Jetzt. Und nichts eignet sich hierfür besser als die Natur. Das Achtsamkeitsprinzip (das Verweilen im Hier und Jetzt ohne an Zukunft und Vergangenheit zu denken) lässt sich vielfältig umsetzen.

Lehrpfade die zum Berühren, Begreifen und Entdecken einladen, verankern den Menschen über seine Sinne mit dem Jetzt. Auch die Einrichtung stiller Rückzugsorte zum Verweilen und Lauschen (z.B. in Form kleiner versteckter Sitzgelegenheiten) verbinden den Besucher mit der Natur und letztlich mit sich selbst.

Diversität und Barrierefreiheit

Der Großteil der Naturbesucher ist hellhäutig und grauhaarig. Neben einem Generationenproblem fällt auf, dass das Publikum, dass die Natur als Freizeitraum nutzt, nur wenige MigrantInnen einschließt.

Migration findet vor allem in Ballungsräumen statt. Der ländliche Raum und damit die Natur werden von MigrantInnen häufig als fremd und unheimlich wahrgenommen. Erst wenn MigrantInnen sich angesprochen und erwünscht fühlen, überwinden sie die unsichtbare Barriere. Erfolgreiche Initiativen arbeiten z.B. in Werbung und Broschüren mit Bildmaterial, das auch MigrantInnen als NaturnutzerInnen zeigt.

Die Barrierefreiheit wünsche ich mir eigentlich als eigenen Trend. Bei nur wenigen Einrichtungen der Naturvermittlung wird auch an Menschen mit Beeinträchtigungen gedacht. Wege sind oft vollständig unbefahrbar und Infotafeln zu hoch angebracht. Dabei finden sich oft einfache Lösungen.

Millenials & Social Media

Die leistungsorientierte Outdoorindustrie schuf bereits ihren erbittertsten Widersacher, den Millenial. Sein Naturerleben ist nicht von Goretex-Jacke und Pulsuhr geprägt. Millenials suchen das weltweit einzigartige Erlebnis, das sich von der Masse des im Internet Angebotenen abhebt um es schließlich dann weltweit über Social Media zu teilen.

Und wer jetzt die Nase rümpft verpasst Einiges. Denken Sie an den globalen Trend zum regionalen Craftbeer oder der Wiederbelebung des Handwerks. Umgelegt auf authentische Naturvermittlung bieten die Strategien dieser Generation jede Menge Chancen, denn Einzigartigkeit findet sich in der Natur vielerorts.